BERBERE LINSEN

Nachdem Afrika einer der mystischen Kontinente ist und Europa im Vergleich ein kräftiges Hintennach aufweist, gehört die Küche Afrikas als UP-Riser einfach mal ausprobiert. Bisserl schwierig hier bei uns hinter Springböcken und allerlei Echsenzeugs nachzuhecheln, Antilopen gäbe es in Schönbrunn, das tut man aber nicht. So kommt man rasch zur einfachen und sehr würzigen eritreischen und äthiopischen Küche, die man dann ein wenig fusion - also vermischen mit unserer - könnte. Besorgen sollte man sich Berbere, eine afrikanische Gewürzmischung. Für weniger Faule - Paprika,Coriander, Ingwer, Zwiefel und Knofel, Muskatnuss, Nelken, Kardamom und Chilli pulverisieren - fertig. Oder im Internet kommts in zwei Tagen gemütlich heim.
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Bisserl Karotten und Zwiefel anrösten, sollen getrost ein wenig Farbe nehmen damit die Röstaromen ein wenig mehr Geschmack hineinzaubern. Die fette Antilope faschiert, ersetzen wir frech mit in kleinste Würfelchen (etwa Linsengröße) geschnittenen Göderlspeck. Und fleißig weiterrösten - jetzt eine Dose Linsen samt Saft reinschütten, umrühren und auf ganz klein zurückdrehen.

Die Ameise in der Küche ist auf der Suche nach etwas essbarem. Ich folge ihr seit einer Stunde unauffällig. 


Natürlich kann man Linsen auch einweichen und über Nacht stehen lassen. Spitzengastronomen fahren ja auch in die berühmtesten Herkunftsländer und pflücken dort Linsen einzeln mit ihren Händen unter fröhlichem und doch versunkenem Absingen von Mantras. Ich nehme die aus der Dose. Sind allemal so lecker wie mancherorts wurmige Versionen. Umrühren.


Jetzt wirds heikel - du gibst erstmal ein bisserl Spucke auf deinen Mittelfinger und tauchst ihn a bisserl in die Gewürzmischung. ablecken .....und ......okay, okay vorweg also nur ein wengerl davon in die Linsen. Ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig für unsere Gaumen. Ein Wengerl Gewürzmischung ist vielleicht mehr wie ein Äutzerl - also wirklich wenig und nicht viel. Auf jeden Fall mit frisch gemörsertem Pfeffer aufpeppen und nun mit Springbockfett oder wahlweise Schweineschmalz den Hülsenfrüchten einen ordentlichen Glanz verleihen. Bevor man ein paar Spritzer Zitrone oder Essig zugibt, abdrehen und ziehen lassen und eventuell nochmal nachwürzen falls die Aromen der Berbere Mischung vielleicht doch noch ein wenig Nachhilfe brauchen.  Nun kann man es suppiger lassen oder mit ein wenig Einbrenn auf die gewünschte Dicke bringen. Falls dir die Zitrone reicht kann man Salz auch gänzlich weglassen. Kann mit gekochten Kartoffeln ebenso wie mit Reis oder traditionell mit Fladen gegessen werden. Als fusioned cooking Variante würden Semmelknödel herrlich passen. Eritrea meets Inzersdorf.